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Bodybuilding
Bodybuilding-KulturInnerhalb der Fitness-Szene, die durch den Fitness-Boom in den 1980er und 1990er Jahren immer mehr Milieus und immer vielfältigere Bevölkerungsgruppen ergriffen hat, nimmt die Bodybuilding-Szene im engeren Sinne nach wie vor eine besonderen Stellung ein. Sie hat sich eine gewisse eigenständige Kultur bewahrt. Im Gegensatz zu anderen Richtungen der Fitness-Szene, bei denen Körper-Ertüchtigung, Gesundheit, Spaß und Sich-fit-Fühlen oft die entscheidende Rolle spielen, stehen bei vielen Bodybuildern Aspekte eines zelebrierten Körperkultes häufiger im Vordergrund: Das Selbst-Schaffen eines perfekten Körpers, stark ausgeprägtes ästhetisches Bewusstsein, das (demonstratives Sich-zur-Schau-Stellen oder Imponieren-Wollen) mit einem extrem geformten Körper auch im Alltag. Körper-Kult Dieser Körperkult, der hafte Züge annehmen kann, wird für viele Bodybuilding-Fans zu einem bestimmenden, zeitintensiven und stiftenden Element ihres . Dabei geht das Zelebrieren dieses Kultes oft weit über das eigentliche Bodybuilding hinaus. Der Begriff bezeichnet ein offensives Gestalten der gesamten äußeren Erscheinung und impliziert zugleich eine besondere Wertschätzung einer imposanten ästhetischen Wirkung. Dabei wird die Gestaltung des Äußeren mittels Bodybuilding meist unterstützt durch die Nutzung. Oft verändern oder das Aussehen des Körpers zusätzlich. Das ist umso bemerkenswerter, als Bodybuilding eine männerdominierte Szene ist (bei Frauen weiter verbreitet ist dagegen ). Seit der französischen Revolution und dem Ende der höfischen Kultur des war es den Frauen vorbehalten, sich intensiv um ihre Schönheit zu kümmern. Männer hatten sich, dem neuen Leitbild entsprechend, dafür weniger interessiert, sondern eher für Technik und Wirtschaft. Was lange Zeit im westlichen Kulturkreis für Männer sehr ungewöhnlich war, wurde und wird hier auch gerade von den Bodybuilder-Männern exzessiv ausgelebt und kultiviert: die Gestaltung und Pflege des eigenen Körpers sowie das Achten auf die äußere Erscheinung. Allerdings muss einschränkend festgestellt werden, dass heute auch gesamtgesellschaftlich die Tendenz bei Männern zunimmt, der Gestaltung des Körpers und des Aussehens (zum Zwecke der Verschönerung/Steigerung der Attraktivität aus eigener Sicht) mehr Wichtigkeit zu geben, wenn auch oft nicht in dem Maße und der Art, wie es in der Bodybuilding-Szene geworden ist. Gleichzeitig jedoch mündet diese neue männliche Haltung zum Körper im Bodybuilding-Kontext in einem Stil, der der bürgerlich-europäischen Tradition verhaftet bleibt, denn der neue Körperkult dient dem Zelebrieren eines extremen . Die Neuerung besteht lediglich in der etablierter Männlichkeitsbilder (dem starken Mann). Posing und Pimping in der beim Aufwärmen für ein Presseposing Posing ist das bewusste Inszenesetzen der Muskulatur vor Preisrichtern bei einem Wettkampf. Dieses Posen wird von professionellen Bodybuildern geübt, wie der Tanz eines Tänzers vor dem Auftritt. Begleitet wird dieses Posing durch Musik. Posing und Musik sollen eine harmonische Einheit bilden und wird unter anderem neben den Proportionen stark bei einem Wettkampf gewertet. Bodybuilder trainieren immer wieder vor dem Spiegel um ihr Posing zu perfektionieren. Der in jüngster Zeit auch im deutschen Sprachraum sich etablierende Begriff Pimping bedeutet das Stylen, Aufmotzen und Aufrüsten, um eine beeindruckende Wirkung beim Posing zu erzielen. Es gibt allerdings auch andere Bodybuilder, die sich von dieser Kultur des Posings und Pimpings jenseits des Bodybuilding-Wettkampfes deutlich distanzieren und Bodybuilding und -styling eher mit dem Ziel betreiben, sich im eigenen Körper wohler zu fühlen und ihn den eigenen ästhetischen Vorstellungen anzupassen. Kleidung Bodybuilder Seit dem Beginn des Fitnesstrends Anfang der 1980er Jahre haben die verschiedenen Fitnesssportarten immer wieder eigene Kleidungsstile und hervorgebracht. Zu erwähnen ist insbesondere die Aerobic-Mode der 80er. Um 1990 formierte sich eine charakteristische Bodybuilding-Mode, die als bequeme, weite Sportbekleidung zunächst die Fitnessstudios eroberte. Sie bestand in der Regel aus sogenannten Bodyhosen und Muskelshirts unterschiedlichen Schnitts. Bodyhosen sind leichte Jersey-Sporthosen, die mit einen breiten hochsitzenden Gummizug-Bund etwa auf Taillen-Höhe sitzen. Dieser Bund hat optische Ähnlichkeit mit dem Bund von Boxershorts, wie sie im Profi-Boxsport getragen werden. Von diesem Bund fällt die Hose locker in Falten und hat im Bereich der Oberschenkel bis unter die Knie eine enorme Weite, um sich von da an konisch zu verjüngen und dann bis unterhalb der Knöchel in einem engen Beinabschluß zu enden. Bodyhosen bestehen in der Regel aus Baumwoll-Jersey, es gibt sie aber auch aus Nylon. Anfangs waren sie üppig gemustert, später eher einfarbig mit leichter relief-artiger Struktur. waren von Anfang an vielfältiger im Schnitt. Einerseits gibt es enganliegende Varianten als mit Trägern, die viel Haut zeigten, daneben gab es extrem-weite kastenartige Shirts aus schwerem Sweatshirt-Jersey oder Frottee, die aussahen wie Sweatshirts, denen die Ärmel abgeschnitten wurden, jedoch ohne jegliche Bündchen. Sie wurden in verschiedenen Längen getragen, gerne auch bauchfrei. Mit Ärmeln wurden sie auch gern in po-bedeckender Form getragen als sogenannte Sleeve-Shirts. Als dritte Form des Muscleshirts etablierten sich die aus der -Szene entlehnten enganliegenden Kurzarm-T-Shirts aus dünnem Nylon-Jersey, die die Muskelstruktur optimal abzeichneten und zum Teil noch einen gewissen Push-Up-Effekt hatten. Mitte der 90er Jahre wurde dieser Stil (American Sportswear) vermehrt von Anhängern der Bodybuildingszene auch außerhalb der Studios als getragen. Die Kleidung wandelte sich zur prestigeträchtigen Lifestyle-Bekleidung der Bodybuilding-Szene. Die mittlerweile etablierten Bodybuilding-Marken wie Uncle Sam, Platinum und Gorilla Wear erlangten Kultstatus. Sie hatten nach und nach diese Szene-Basics durch prestige-trächtige aber legere Freizeitkleidung (günstige Bodybuilding Bekleidung) ergänzt.